Reizbares Klima (1)

Romanfragment, 1. Kapitel: Hawaii
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Nat Adams, der Zuckerbaron aus Hawaii, verkauft seine Plantage, zieht nach Paris und überlegt sich, eine neue Gesellschaft zu gründen.

(Über den Link Reizbares Klima können alle Folgen des Romanfragments aufgerufen werden)

Lihue, Oktober 1893

Nat

Noch konnte Nat nur erahnen, was er ausgelöst hatte, als er seinen Namen schwungvoll unter den Vertrag gesetzt hatte. Unwiderruflich stand jedoch fest, dass die nächste Zuckerrohrernte nicht mehr die seine sein wird. Für Nat wurde somit »ein letztes Mal« zur meistgebrauchten Floskel in der jüngsten Vergangenheit.

Im August hatte er ein letztes Mal am Abend vor dem Schneiden der Rohre die Felder angezündet, um die Schlangen zu vertreiben, die Mücken auszurotten und das lästige, scharfkantige Unkraut zu verbrennen. Erst nachher würde mit dem Abernten begonnen werden. Ein letztes Mal gab er im September Order, wo neue Setzlinge ausgepflanzt und wo die bestehenden Halmstümpfe in zwölf Monaten wieder ausschlagen sollen. Er hatte ein gutes Auge dafür. Und heute streifte er ein letztes Mal durch seine Plantage, durchschritt ein letztes Mal voller Stolz seinen modernen Maschinenpark und blätterte ein letztes Mal die Unterlagen durch, in denen seine Erträge und Gewinne aufgeführt waren. Noch hatte er sich nicht daran gewöhnt, nicht mehr das besitzergreifende »meine Plantage« zu verwenden.

Claus Spreckels Unterschrift besiegelte im Juli unwiederbringlich das Ende von Nat Adams’ Ära auf Hawaii. Nat war erleichtert, denn Spreckels hatte Wort gehalten, was unter den gegebenen Umständen nicht selbstverständlich war, und das ganze Gut übernommen. Höchstselbst war der Zuckermagnat, der sich stets zwischen Hawaii und San Franzisko bewegte, nach Lihue auf Kaui gekommen, um die Verträge zu unterzeichnen, nachdem sie die letzten Unklarheiten beseitigt hatten.

Politisch war die Situation auf Hawaii unsicher, nachdem 1893 ein Putsch amerikanischer Großgrundbesitzer gegen die widerspenstige Königin Lili’uokalani Unruhe gestiftet hatte. Lili’uokalani hätte schon lange gerne die lästigen Amerikaner durch eine Verfassungsänderung verdrängt gewusst gehabt. Aber sie konnte sich nicht durchsetzen, zu mächtig war die wirtschaftliche Kraft der Plantagenbesitzer. Die Stimmung war gekippt, die Königin wurde unter Hausarrest gestellt, ein sogenanntes Committee of Safety übernahm die Macht, später im Jahr folgte eine Amerika-freundliche provisorische Regierung. Lili’uokalani dankte definitiv ab. Nat hatte sich stets aus den politischen Querelen herausgehalten, in erster Linie interessierte ihn seine Plantage (Republik Hawaii ).

Claus Spreckels, der gute Beziehungen zur Königsfamilie gepflegt hatte, übernahm alle Aktien von Nat, die ganze Belegschaft – das waren immerhin tausendzweihundert Arbeiter –, das gesamte Grundstück, alle Anlagen und die Infrastruktur. Auf Nats Plantage wurden zuletzt zehntausend Tonnen Zucker jährlich produziert, was sie zu einer der größten Einzelfirmen auf dem ganzen Inselarchipel machte. Hierfür ließ sich der Zuckerbaron fürstlich auszahlen. Dass Spreckels auf den Sandwichinseln seit geraumer Zeit einem steifen Gegenwind ausgesetzt und seine Macht am Schwinden war, war auch Nat nicht entgangen. Aufmuckende Zuckerfarmer, die gleichen, die gegen Lili’uokalani aufbegehrten, hatten sich zu schlagfertigen Kooperativen zusammengeschlossen. Sie stellten sich auch dem »Sugar King« Spreckels entgegen und kritisierten dessen undurchsichtige Geschäftsgebaren und dessen Verbandelung mit dem Königshaus. Ohne sich öffentlich dazu bekennen, bestanden gleichwohl freundschaftliche Banden zwischen den beiden Zuckermännern Adams und Spreckels. Zudem war Spreckels Angebot zu verlockend, um unberücksichtigt zu bleiben (»Sugar King« ).

Die Tinte auf dem Papier war also kaum getrocknet, als Nats Familie ihr Hab und Gut verschiffte und sich auf die Reise nach Europa, genauer: nach Paris, begab.

Als Nat, der seiner Frau und den beiden Töchtern bald nachreisen würde, an einem schwülen Herbstabend im Oktober 1896 auf der Terrasse seiner ehemaligen Farm saß, eine Zigarre rauchte, Zuckerrohrschnaps trank und über seine ehemaligen Ländereien blickte, überkam ihn Wehmut. Zumindest glaubte er, dass diese komische Stimmung, die ihn erfasst hatte, Wehmut genannt sein würde, denn von den Vokabeln der Gefühlswelt hatte er keine große Ahnung. Was hatte er nicht alles erlebt und was für einen Reichtum hatte ihm dieses kleine Stück Erde geschenkt. Und jetzt? Hatte er einen Fehler begangen, indem er alles aus den Händen gab? Denn wenn er ganz ehrlich war mit sich selbst, so musste er eingestehen, so hatte er vor allem durch sein Unentbehrlichmachen – andere hätten es vermutlich als Einschmeicheln bezeichnet – bei seinem Schwiegervater Tim und die darauffolgende geschickte Heiratspolitik den Grundstein für seinen Ruhm gelegt. Alles was danach folgte, gehorchte den simplen Regeln der Mathematik. Gut, er musste die Kontrolle über mehr als tausend Untergebene behalten, das war sehr anspruchsvoll, und er musste die Plantage technisch in Schuss halten. Auch als in Amerika 1890 der Zollvorteil für Zucker aus Hawaii aufgehoben wurde, gab es einen empfindlichen Rückschlag. Aber die Firma erholte sich einigermaßen gut. Besondere Virtuosität oder Erfindungsgabe waren also nicht vonnöten. Was jetzt folgte, war ungewiss. Hatte er die geforderte Fantasie, in seinem neuen Betätigungsfeld ebenso erfolgreich zu sein?

Dann spürte er aber auch eine große Erleichterung, denn er dachte zurück an die schwierigen Zeiten in den 1880er-Jahren. In einer Zeitung aus San Franzisko erschien ein rufschädigender Artikel eines geschwätzigen Journalisten. Darin wurde Nat vorgeworfen, dass er einerseits mit seinen Konkurrenten Preisabsprachen traf und dass andererseits – und diese Unterstellung schmerzte ihn besonders tief – auf seiner Plantage sklavenähnliche Zustände herrschten. Sicher, er musste mit harter Hand führen. Sicher, manchmal gab es Ungerechtigkeiten. Chinesen, Japaner, Philippinen, Portugiesen, aber auch ehemalige Sklaven aus Louisiana arbeiteten auf seinen Feldern, da kam es wiederholt zu Reibereien und manchmal gar zu Handgemengen, auch wenn er die verschiedenen Gruppen zu trennen versuchte. Er musste häufig schlichten und manchmal auch jemanden unsanft maßregeln. Aber er bemühte sich immer, gerecht zu agieren und niemanden zu übervorteilen. Ganz dem Vorbild des Vaters folgend, der ein angesehener Richter und stets streng und unnachgiebig war, aber weder willkürlich noch undurchsichtig handelte. Selbstverständlich sahen das nicht alle gleich. Es hätte aber nichts genutzt, wenn er sich anders verhalten hätte, milder, oder wenn er eine Gruppe bevorzugt hätte, oder gar, wenn er die Zügel hätte schleifen lassen und dergleichen. Das reine Chaos wäre ausgebrochen. Denn letztlich war er ein Geschäftsmann. Sein Ziel war es, mit seiner Firma erfolgreicher als die anderen zu sein. Gewinne einzufahren, war Resultat von harter und umsichtiger Arbeit auf allen Ebenen der Gesellschaft. Hierzu musste er die Ordnung im Haus aufrecht erhalten. So war es eben unumgänglich, dass manchmal jemand einen Tadel oder eine Bestrafung gewärtigen musste, die als ungerecht empfunden wurde. Oder wie er zu sagen pflegte: »Meine Firma handelt mit Zuckerrohr, das Geschäft der Barmherzigkeit überlasse ich dem Pfarrer.« Er verstand es wirklich nicht, seine konsequente, militärisch geschulte Menschenführung als Sklaverei angeprangert zu sehen, er fand dieses Urteil völlig ungerechtfertigt. Die wichtigste Quelle der Zeitung war ein Portugiese, der eine Zeitlang in Nats Büro gearbeitet hatte und unter anderem für die Lohnabrechnungen zuständig war. Dieser Büroangestellte behandelte die Südstaatler wie den letzten Dreck. Dafür wurde er von Nat mehrfach gerügt. Da dieser Narr sich nicht bessern wollte, wurde er von Nat entlassen. Ausgerechnet dieser Nichtsnutz also spielte sich auf und übte Vergeltung, indem er den Journalisten mit falschen Informationen fütterte. Zudem war diesem ignoranten Schreiberling aus San Franzisko offenbar nicht bewusst, mit wem er es zu tun hatte.

Da war einmal sein Vater. Dieser kluge und weise Mann stand stramm an der Seite von Abraham Lincoln. Im Staate Ohio setzte er sich schon ab 1850 als Richter des Supreme Court für die Rechte der Sklaven ein und er kämpfte unermüdlich für die Abschaffung der Leibeigenschaft. Er war einer der Gründerväter der dortigen Republikanischen Partei und Speaker des Parlaments von Ohio. Ab 1862 saß er zudem für den Gliedstaat im Kongress in Washington und votierte dort für die Emancipation Proclamation. Sollte es ausgerechnet ihm, Nat, in den Sinn kommen, den Ruf des Vaters zu beschädigen und dessen Lebenswerk zu verraten? Nie und nimmer.

Aber auch er selbst hatte sich Meriten geholt. 1861 meldete er sich als junger Mann freiwillig bei der Fuller’s Brigade, um auf dem Schlachtfeld für die Abschaffung der Sklaverei zu kämpfen. Bald darauf übernahm Nat das 27th Ohio Regiment und er brachte es bis zum Colonel. Er riskierte sein Leben, um für die Interessen der Unterdrückten einzustehen – und ausgerechnet er soll jetzt ein Sklaventreiber sein? Er, der einst zwar gegen die Südstaaten kämpfte, jetzt aber die befreiten Arbeitskräfte aus Louisiana beschäftigte? Empörend, was sich diese Zeitung erlaubte und der infame Artikel war für Nat Veranlassung genug, sich zur Wehr zu setzen. Er legte Arbeitsverträge vor, was natürlich ein Fehler war, hielt dem Informanten seine fragwürdige Gesinnung vor, was natürlich der noch größere Fehler war, und er widersprach vehement dem Vorwurf der Preisabsprachen. Allein, es nützte alles nichts. Der Journalist fuhr grobes Geschütz auf und schoss zurück, behauptete, die Verträge seien gefälscht, er nahm den Informanten in Schutz, indem er Nat das Wort im Mund umdrehte und ihm eine rassistische Haltung gegenüber dem Portugiesen vorhielt. Zudem missinterpretierte er vorsätzlich die Unterlagen, kehrte auf abenteuerliche Weise die Zahlen auf den Kopf. Dabei hatte er keine Ahnung, wie man rechnet, und vor allem, wie man eine Firma leitet. Von Buchhaltung und Ökonomie schien er rein gar nichts zu verstehen. Das Wort Schreibtischtäter kam ihm in den Sinn. Hatte sich der Journalist aus der Großstadt bemüßigt gefühlt, sein Gesäß aus seinem gemütlichen Sessel zu heben und nach Kaui zu reisen? Hatte er jemals auch nur einen Fuß auf eine, geschweige denn seine Plantage gesetzt? Die zeitgemäßen Maschinen gesehen? Die Unterkünfte der Belegschaft inspiziert? Die Arbeitsbedingungen geprüft? Sich selbst ein Bild von den Lebensumständen gemacht? Mit den Arbeitern gesprochen? Mit ihm? Eben. Aber wie hätte er gegen diese Unprofessionalität vorgehen können? Schließlich gab er seinen Widerstand auf. Aus der Ferne war es ohnehin schwierig, angemessen zu reagieren. Es blieb jedoch der Eindruck zurück, ungerecht und unredlich behandelt worden zu sein.

Immerhin war er damals auf Kaui weitab vom Geschehen. Das machte es einfacher, die Sache zu vergessen. Dennoch wurmte ihn diese Behandlung. Er nahm einen großen Schluck Zuckerrohrschnaps. Im Rachen brannte es, was er liebte, und ein wohliges Gefühl breitete sich aus. Er lehnte sich wieder zurück, zog an der Zigarre und sah zum Horizont.

Und dann dachte er an jenen Abend vor fast einem Jahr zurück, als er mit Susan redete. Sie drängte schon lange darauf, das Eiland zu verlassen und in die große Stadt zu ziehen. Ihre Strategie, das Thema immer wieder unter verschiedenen Aspekten anzuschneiden, ging ihm schon länger auf die Nerven. Obzwar das Vorgehen sehr durchsichtig war, war sie letztlich doch erfolgreich. Einmal war es das Klima, das ihrer Gesundheit schadete, ein andermal das Fehlen jeglicher Abwechslung, sie meinte, sie sei kulturell am Verhungern, ein drittes Mal war es die Zweisamkeit der Töchter und das armselige Niveau des Hauslehrers, ein viertes Mal die gesellschaftliche Isolation, ein fünftes Mal das fehlende intellektuelle Umfeld. Was war denn ein intellektuelles Umfeld, bitte schön, fragte sich Nat. Zudem wiederholte sie bis zum Exzess, dass sie sich auf der einsamen Insel mitten im Pazifik zu Tode langweile, umgeben lediglich von, wie sie sagte, »Viechern, Zuckerrohr und Eingeborenen, und weitab von jeder geistigen Befruchtung«. Sie sehnte sich nach ihrer Zeit in San Franzisko, wo sie sich fernab ihrer Familie zur Pianistin ausbilden ließ. Susan widmete sich ganz der Musik und der Kunst, so schlug sie wiederholt vor, nach New York, London oder am liebsten Paris zu übersiedeln.

An jenem Dezemberabend also regte sie ihn an, eine andere Tätigkeit zu suchen, eine Tätigkeit notabene, der er auch in der Stadt nachgehen könne. Er wäre aber Zuckerrohrproduzent und seine Haltung gegenüber der Welt sei von seiner Erfahrung als Großgrundbesitzer, Landwirt und Soldat geprägt, antwortete er. Er glaube, er bringe denkbar schlechte Voraussetzungen für ein verkünsteltes, mondänes Stadtleben mit und bezweifelte, in einer hektischen, übervölkerten und oberflächlichen Umgebung glücklich zu werden. Natürlich war es manchmal mühsam, gestand er ein, dass die Geschäftspartner, wie beispielsweise Spreckels, tausende Meilen entfernt saßen. Auch der nächste Berufskollege McIrwin sitze über zehn Meilen weit weg. Mit dem Pferd sei er in einer knappen halben Stunde bei ihm, schneller ginge es nicht. Und natürlich dauerte es lange, bis ein Brief oder eine Anfrage beantwortet sei. Aber was sollte er tun? Er konnte nicht zaubern. Sein Tun unterliege nun mal den Gesetzen der Physik, schwadronierte er. Es gab keine Maschine, die die Zeit beschleunigen konnte – oder Briefe und Depeschen.

Gerade als er diesen letzten Nachsatz beendet hatte, kam ihm schlagartig jenes Wort in den Sinn, das er kürzlich in der Zeitung gelesen hatte und das seine Zukunft fortan prägen sollte: Kabel. Es gab die Technik der Beschleunigung, zumindest jene für die Übermittlung von Depeschen. Schon seit 1866, also seit geraumer Zeit, waren Europa und Amerika durch ein Tiefseekabel verbunden, wieso sollte dies nicht zwischen Hawaii und der Pazifikküste Amerikas möglich sein? Dann könnte man mit Geschäftspartnern auf dem Festland telegrafieren. Und wäre es auch denkbar, Hawaii mit Japan zu verbinden? Und damit Amerika mit Japan? Seit der vorsichtigen Öffnung des asiatischen Inselstaates gab es ein reges Interesse nach Austausch. In Kaui saß er sozusagen auf dem Knotenpunkt. Und zur hawaiischen Regierung ließen sich gewiss ersprießliche Verbindungen knüpfen – er hatte politisch ja alle Optionen offen gehalten – und als Bürger von Ohio müsste auch der Kontakt nach Washington herzustellen sein. Weshalb diese Voraussetzungen nicht nutzen und das Geschäft der Zukunft in die Wege leiten? Noch schwieg er gegenüber seiner Frau.

In den darauffolgenden Dezembertagen begann die Kabelidee zunehmend sein Denken zu beherrschen. Die Vorstellung, allem, was er erworben und aufgebaut hatte, den Rücken zu kehren, stimmte ihn zwar nicht froh. Jedoch hatte er sich mangels eines Sohnes schon länger mit dem Gedanken auseinandergesetzt, alles zu veräußern, denn man konnte ja nicht davon ausgehen, dass die künftigen Schwiegersöhne das Können und Format aufweisen würden, die grösste und erfolgreichste Zuckerplantage auf den Sandwichinseln profitabel weiterzuführen. Brachte er nicht die idealen finanziellen Voraussetzungen für ein neues Betätigungsfeld mit? Wollte er nicht einmal selbst etwas Eigenes erschaffen? War das Kabel seine Zukunft?

Erst als ihm bewusst wurde, dass jener Gedankenblitz in jenem Gespräch mit Susan mehr war, als eine luftige Flause, und er sich entschloss, wirklich ins Geschäft der Telegraphenleitung einzusteigen und erste konkrete Schritte dazu zu unternehmen, suchte er einen Käufer. Mit Spreckels, den er als Abnehmer seines Rohstoffes schon gut kannte und den er mochte, hatte er den richtigen Mann gefunden. Nat war aber auch bewusst geworden, dass die politische Lage auf Hawaii nicht für Spreckels und ihn sprachen. Insofern konnte man seine Entscheidung zum Verkauf auch als Flucht verstehen. Mit dem Erlös bot sich ihm die Gelegenheit, ein hübsches Haus in der vornehmsten Gegend von Paris – auch hinsichtlich der Destination gab er Susan nach – zu kaufen und ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. Und nach einer Übergangsphase, die in diesen Oktobertagen endete, konnte er die Leitung der Gesellschaft in fremde Hände legen.

Bald würde er in der französischen Metropole, dem »kulturellen Zentrum der Welt«, wie Susan meinte, seine Familie wieder sehen. Eigentlich standen am Ursprung seines neuen Unternehmens die ständigen Nörgeleien seiner Frau, dachte er und lächelte in sich hinein. Dann nahm er nochmals einen großen Schluck Schnaps.

Fortsetzung hier.

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Virus

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Der erste Pandemieplan für die Schweiz wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Robert Steffen ausgearbeitet. Die Vorarbeiten wurden 1995 begonnen; der erste schweizerische Influenza-Pandemieplan wurde im Jahr 2004 veröffentlicht. Ein zentrales Anliegen sei laut Steffen dabei gewesen, dem Bund die Führung zu überlassen.

Nach den Erfahrungen in der Bewältigung der Influenza-Pandemie 2009 wurde der Schweizer Pandemieplan vollständig revidiert.

Kristian G. Andersen et al, The proximal origin of SARS-CoV-2, 

(abgerufen am 2.5.2020)

Der Kauf sollte »Sugar King« Spreckels letzter, verzweifelter – und am Ende erfolgloser – Versuch sein, die Machtverhältnisse auf Hawaii doch noch zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Er zog sich jedoch bald nach Kalifornien zurück und errichtete eine riesige Zuckerfabrik. Bis das alles klar wurde, hatte sich aber Nat schon längstens nach Paris abgesetzt.

Nat verfolgte allerdings das Geschehen aus der Ferne und aus der Zeitung. Er war froh, dieses Hin und Her zwischen Plantagenbesitzer, die eine Republik ausriefen, den Royalisten, die einen Gegenputsch lancierten, und dem amerikanischen Präsidenten Cleveland, der eine Art institutionelle Monarchie anstrebte, nicht mehr direkt miterleben zu müssen. Nachdem Hawaii 1900 schließlich definitiv zu einem amerikanischen Bundesstaat geworden war, versiegte die Berichterstattung in den europäischen Zeitungen.