Richard Ford über das kleine Glück

Kurzes über das Schreiben, den Zahnarzt und das Glück: Interview mit Richard Ford in der Zeit vom 4. Juni 2020
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Icon Zum Gang der Pandemie

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»Eine große Fahrt habe ich gerade eben doch gemacht. Ich bin nach New Orleans und zurück nach Maine gefahren. Dort lebt mein Zahnarzt. Ich hatte starke Zahnschmerzen. Ich werde nicht mehr fliegen, bis ein Impfstoff gefunden ist.«
Zum Zahnarzt... (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv; Fotograf: Christof Sonderegger)
... nach New Orleans

Frage: Kann man über Trump schreiben?

»Es ist nicht leicht, über ihn zu schreiben. Er ist larger than life. Die Folgen seiner Präsidentschaft für die Mentalität, den Spirit des Landes werden gravierend sein. Das zu fassen, verlangt literarische Fähigkeiten, die ich vielleicht gar nicht habe… Man darf seine Gestalt nicht mit einem groben Pinsel malen. Man muss ihn mit feinen Strichen zeichnen. Nur das würde einen interessanten literarischen Stoff machen: wenn man es auf sich nehmen würde, etwas nicht Abstoßendes an ihm zu finden. Ein Drama ist dann gut, wenn der Bösewicht etwas zu sagen hat, das wahr ist. Das rein Böse ist uninteressant. Das ist nicht nur eine literarische, sondern eine humanitäre Haltung…«

Frage: Sein, Fords, Leben mit Corona?

»Ich halte mich fern von anderen. Wasche meine Hände mit religiösem Ernst, 30-mal am Tag. Allerdings müsste ich sie nicht so viel waschen, ich gehe ja nicht aus… Eine große Fahrt habe ich gerade eben doch gemacht. Ich bin nach New Orleans und zurück nach Maine gefahren. Dort lebt mein Zahnarzt. Ich hatte starke Zahnschmerzen. Ich werde nicht mehr fliegen, bis ein Impfstoff gefunden ist. Jetzt in ein Flugzeug zu steigen, das käme mir vor, als würde man mich zwingen, in eine Station für Covid-19-Patienten zu kriechen. Stattdessen fuhr ich im Auto 1700 Meilen nach Süden. Als ich über Nacht im Hotel eincheckte, reinigte ich erst mal jeden Quadratzentimeter des Zimmers, alle Oberflächen, den Fernseher und die Fernbedienung – damit verbrachte ich 45 Minuten. Ich fuhr zwölf Stunden am ersten Tag, zwölf Stunden am zweiten und drei Stunden am dritten… Es ist nicht irgendein Zahnarzt, er ist mein Zahnarzt seit 30 Jahren; er ist auch ein sehr guter Freund. Wissen Sie, wenn Sie früh im Leben einen guten Zahnarzt finden, sind Sie ein glücklicher Mann…«

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Virus

Der Pandemieplan Schweiz, in der aktuellen Fassung der Influenza-Pandemieplan Schweiz 2018, ist ein Planungsinstrument, das Strategien und Massnahmen zur Vorbereitung der Schweiz auf eine (Influenza-)Pandemie dokumentiert. Er wird von der Eidgenössischen Kommission für Pandemievorbereitung und -bewältigung (EKP) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausgegeben.

Der erste Pandemieplan für die Schweiz wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Robert Steffen ausgearbeitet. Die Vorarbeiten wurden 1995 begonnen; der erste schweizerische Influenza-Pandemieplan wurde im Jahr 2004 veröffentlicht. Ein zentrales Anliegen sei laut Steffen dabei gewesen, dem Bund die Führung zu überlassen.

Nach den Erfahrungen in der Bewältigung der Influenza-Pandemie 2009 wurde der Schweizer Pandemieplan vollständig revidiert.

Kristian G. Andersen et al, The proximal origin of SARS-CoV-2, 

(abgerufen am 2.5.2020)